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Auf der EMINENT-Konferenz 2010 in Kopenhagen wurden nicht nur Preise verliehen. Sie gab vor allem einen umfassenden Einblick in aktuelle Trends und Diskussionen im europäischen eLearning. Ziel der Konferenz, die vom European Schoolnet ausgerichtet wird, ist es seit vielen Jahren, die Bildungsministerien europäischer Länder mit eLearning-Expertinnen und Experten, Vertretern der IT-Industrie und inzwischen auch Lehrkräften zusammenzubringen, um Innovationen im europäischen Bildungswesen zu unterstützen.
Eine gute Quelle zur Beurteilung der Trends sind die für die eLearning Awards eingereichten Projekte und die Auswahl der Jury, die in mehreren Stufen erfolgt und Expertinnen und Experten aus fast allen beteiligten Ländern mit einbezieht. Viele Projekte stellen Ressourcen zur Verfügung, die von der digitalen Verarbeitung profitieren - Mathematikaufgaben, Tests, Simulationen. Gewürdigt werden inzwischen jedoch vor allem Projekte, die gute Lernideen, sinnvolle und selbst gesteuerte Aktivitäten der Lernenden und aktive Zusammenarbeit sowohl der Lernenden wie der Lehrenden betonen. Die diesjährigen Gewinner-Projekte sind dafür gute Beispiele.
Anne Gilleran, die eTwinning-Koordinatorin auf europäischer Ebene, unterstrich diesen Trend in ihrem Leitvortrag zum Thema "eTwinning: from a project-based to a teacher community approach".
"New Millenium Learners"
Andere Expertinnen und Experten sehen die Notwendigkeit, den neuen Lernstilen von Jugendlichen gerecht zu werden. Die "New Millenium Learners" werden als Technik-erfahren, Multitasking-fähig, individualistisch und gleichzeitig virtuell gut vernetzt beschrieben, mit einer sprunghaften, nicht-linearen und komplexen Art des Denkens und Lernens. Die "NML" nutzen gleichzeitig viele verschiedene Lernwerkzeuge; die Mehrheit thematisiert auch in sozialen Netzwerken schulische Themen und Hausaufgaben. Es zeichnet sich ein Trend zum offenen, partizipatorischen Lernen und Lehren ab, das Lehrkräfte deshalb vor neue Herausforderungen stellt, weil die Grundlagen dafür durch sich schnell entwickelnde Technologien geschaffen werden, denen das Schulsystem nur schwer folgt.
Eine Austauschplattform im europäischen Rahmen - te@chus - soll Lehrkräfte dabei unterstützen, mit den neuen Herausforderungen produktiv umgehen zu lernen.
Public-Private Partnerships
Partnerschaften zwischen europäischen Organisationen und der IT-Industrie sollen dazu beitragen, Geräte und Technologien zu entwickeln, die dem Bildungswesen nützen und der Industrie ebenfalls:
- Das European Schoolnet organisiert zusammen mit der Firma Acer ein Netbook-Pilotprojekt in mehreren Ländern, in dem die Möglichkeiten der "1:1-Pädagogik" (jede/r Lernende ein eigenes Netbook) ausgelotet werden.
- Eine länderübergreifende Arbeitsgruppe des European Schoolnet zusammen mit Herstellerfirmen, angesiedelt an der Universität Wolverhampton, beschäftigt sich mit dem sinnvollen Einsatz von Interactive Whiteboards in Schulen und entwickelt dazu Empfehlungen.
- "Risiken minimieren - Möglichkeiten maximieren" ist das Ziel länderübergreifender Initiativen zur Internet-Sicherheit. Hier sind Lehrkräfte und Familien gefragt, ebenso aber auch die Produzenten von entsprechender Software und die Anbieter von Internet-Leistungen. Doch sind wirkliche Missbrauchsfälle gemessen an den oft beschworenen Risiken verschwindend gering, führt Ruth Hammond von der BECTA aus. Deshalb käme es darauf an, Kinder und Jugendliche zum verantwortlichen Umgang mit Risiken zu erziehen.
Innovative Lernweisen
Viele Referentinnen und Referenten überraschten mit Themen wie "Teach them to be wrong" oder "ICT to inspire". Pädagogische Innovationen der letzten Jahrzehnte bekommen mit Hilfe der digitalen Medien und der Notwendigkeit, die New Millenium Learners auch weiterhin in organisierte Bildungsprozesse einzubinden, neuen Schwung. Entdecken, herausfinden, Fehler machen, experimentieren - all das spielt aktuell eine große Rolle.
Das European Schoolnet stellt Portale und Plattformen zur Verfügung, um sich europaweit auszutauschen und von den Entwicklungen und Diskussionen zu profitieren. Es lohnt sich, dort immer wieder vorbei zu schauen.
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