Zum schnelleren Einfinden in die neue Version empfehlen wir eine Lern-DVD von Ralf Hilgenstock, der seit seinem Vortrag auf der Fachtagung 2009 einigen Kolleg/innen sicher noch in guter Erinnerung ist, sowie ein Buch zum Nachschlagen von Carsten Wiegrefe und Uwe Lüttgens aus Berlin.
1. Ralf Hilgenstock, video2brain:
Moodle 2.0 - Video-Training. Online-Lernumgebungen einrichten und verwalten (Lern- DVD)
Verlag: Addison Wesley ISBN: 978-3-8273-6371-8 Preis: 39,80 Euro Erscheinungsdatum: 28.06.2011
Aus der Verlagsankündigung:
Wie könnte man sich besser mit einer Software zum Erstellen von eLearning-Plattformen vertraut machen als per eLearning selbst? In diesem Video-Training führt der Experte Ralf Hilgenstock in Moodle 2.0 ein und erklärt umfassend alle neuen Funktionen von Version 2.0. Lehrende, die sich zum ersten Mal mit Moodle auseinandersetzen, erhalten fundiert die Grundlagen, Fortgeschrittene profitieren von Tipps und Abkürzungen und üben anspruchsvolle Arbeitstechniken ein. Dabei steht die Kommunikation von Lehrenden und Kursteilnehmern besonders im Vordergrund.
Ralf Hilgenstock ist Inhaber der DIALOGE Beratungsgesellschaft und arbeitet als Trainer, Berater und Coach. Seit vielen Jahren befasst er sich mit dem Einsatz von Moodle für die Schulungs- und Projektarbeit in Unternehmen, Hochschulen und Schulen. Seine Firma ist offizieller deutscher Moodle Partner und hat in den letzten Jahren die Lernplattform auf dem deutschen Markt eingeführt.
2. Carsten Wiegrefe / Uwe Lüttgens:
Das Moodle 2-Praxisbuch. Gemeinsam online lernen in Hochschule, Schule und Unternehmen
Verlag: Addison Wesley ISBN: 978-3-8273-2744-4 Preis: 39,80 Euro Erscheinungsdatum: Juli 2011
Carsten Wiegrefe ist Erwachsenenbildner und IT-Trainer. Seine Schwerpunkte liegen auf der Webseitenerstellung und auf Content- und Lernmanagementsystemen. Moodle setzt er in der Train-The-Trainer-Weiterbildung sowie in der schulinternen Lehrerfortbildung ein.
Experimente mit Moodle 2.0
In den Winterferien 2011 haben wir in einer Gruppe von Expertinnen die Moodle-Version 2.0 in ihren interessantesten Aspekten erkundet und in Beziehung zu den Bedürfnissen im Projekt gesetzt. Nach einer Woche mit umfangreichen Experimenten und Diskussionen sind wir zu folgenden Ideen für den weiteren Umgang mit Moodle 2.0 bei uns im Projekt gekommen:
Das Erlernen der neuen Funktionen ist nicht ganz einfach und sollte durch Fortbildungen unterstützt werden. Ein Update der Plattformen erst in den Sommerferien entzieht den Schulen aber zu viele Unterstützungsmöglichkeiten, denn das Projekt endet ein paar Monate später.
Eine Umstellung laufender Kurse mitten im Schuljahr, z.B. am Anfang der Osterferien, ist aber auch problematisch. Trotzdem wäre das vielleicht ein geeigneter Termin, wenn das nachfolgende Vorgehen glückt.
Wir versuchen folgendes: An jeder Schule wird mindestens ein Kurs bereits ab auf Februar auf der Experimentier-Plattform "http://next.explorarium.de" durchgeführt.Die Dozentinnen trauen es sich zu, eine versierte Lehrkraft davon zu überzeugen und sie zu begleiten. Dazu sollen Kurse gewählt werden, die gut bekannt sind.
Außerdem soll für jede Schule ein Kurs auf "next" neu entwickelt werden.Dieser sollte möglichst viele neue Features enthalten. Die Lehrkräfte sollten dabei einbezogen werden. Das trauen sich die Dozentinnen ebenfalls zu.
Damit das gelingt, werden die gewünschten Kurse auf den Stand von 2.0 gebracht werden.
Nachdem es anfangs eher problematisch erschien, sich überhaupt an die neue Version zu gewöhnen, haben wir im Laufe der fünf Tage Zusammenarbeit folgende überzeugende Vorteile entdeckt:
Das Workshop-Modul ist super, weitgehend sehr gut programmiert und bestens an die Bedürfnisse der Lehrkräfte angepasst. Es lässt sich für viele Arbeitssituationen nutzen. Möglicherweise müssen ein paar kleinere Fehler beseitigt werden, die aber nicht stören. Ein Test mit einer ganzen Klasse steht natürlich noch aus.
Der Blog ist besser als unsere bisherigen Versuche mit dem Lerntagebuch. "Persönliche" Einträge bleiben auch weiterhin nur für den/die Eintragende/n und die Lehrkraft sichtbar. An der Sichtbarkeit für alle muss noch gearbeitet werden, auch eine Filterfunktion wäre gut.
Per Blog lassen sich mit einigem Nachdenken ganz andere Arten von Aufgaben entwickeln, die in der Klasse sichtbar sind und diskutiert werden können.
Das neue Dateisystem bietet viele Möglichkeiten, ist aber nicht so einfach zu durchschauen. Die Vorteile überwiegen: Dateien nur einmal hochladen und dann überall verlinken, auf Dateien von anderen über die Server-Ebene Zugriff haben, wenn man im zugrunde liegenden Kurs die entsprechenden Rechte hat.
Die Abschlussverfolgung schafft einen einfachen Überblick über erledigte und noch ausstehende Arbeiten, besonders für die Lehrkraft. Man muss lernen, damit umzugehen, aber es ist nicht kompliziert. Schwieriger wird es, wenn Bedingungen und Verkettungen im Spiel sind (siehe unten).
Das ePortfolio-System Mahara an sich funktioniert schon gut. Die erstellten Seiten sehen nett und übersichtlich aus und lassen unterschiedliche Dateitypen zu. Als Nutzungsmöglichkeiten sind uns eingefallen:
Klassenzeitung, Schülerzeitung
Website einer Klasse oder einer Person
Website einer Schule, die sonst noch keine hat
Projektbericht einer Gruppe
natürlich auch das, was ein Portfolio sein soll: Bewerbung mit Unterlagen (ältere Schüler/innen) und geheimem Link zur Einsicht
Dafür gibt es verschiedene Sichtbarkeitseinstellungen. Alles wäre über eine gemeinsame Startseite im eXplorarium erreichbar.
Es gibt aber auch einige Hinderungsgründe, die uns nach wie vor zögern lassen, unsere Systeme insgesamt und sofort umzustellen:
Die festen Blöcke "Navigation" und "Einstellungen" nerven, vielleicht kann man sie gefahrlos löschbar machen, damit sie nicht doppelt und dreifach vorkommen.
Aus dem Mitteilungssystem kann man nicht schnell zurück navigieren, Kinder können sich leicht verirren und Beiträge verlieren.
Die Einstellungsmöglichkeiten für Kinder sind zu vielfältig. Man muss ausprobieren, wie sich das auswirkt, oder vorher nach Begrenzungen suchen.
Im Backup/Restore gibt es noch zu viele Fehler.
Es gibt keine Fotogalerie. Nach einer Alternative wird gesucht.
Wir wissen noch nicht, was mit HotPotatoes passiert. Es gibt aber das Gerücht, dass das Modul bald wieder vorhanden ist.
Bisher sind viele HTML-Tricks angewendet worden, die aktuell nicht funktionieren. Das liegt möglicherweise am eingeschalteten HTML-Purifier.
Der Export aus Moodle nach Mahara funktioniert nur sehr begrenzt und teilweise falsch. Man sollte ihn noch nicht nutzen.
Nach unseren Erfahrungen der letzten Woche müssen Lehrkräfte folgende Hürden überwinden:
Mit den Blöcken "Einstellungen" und "Navigation" umgehen lernen. Das ist wohl nicht so selbst erklärend, wie angenommen.
Die Docking-Möglichkeit nutzen lernen. Das geht aber schnell.
Mit dem neuen Datei-System umgehen lernen. Die Vorteile müssen immer wieder herausgestellt werden. Trotzdem ist es Übungssache.
Mit den weiter gewordenen Rechten und Möglichkeiten der Lernenden umgehen lernen. Das setzt Zutrauen voraus. Kontroll- und Einschränkungsmöglichkeiten sollten die begleitenden Dozentinnen trotzdem kennen.
Erst danach, so scheint es, zeigen sich die vielen neuen Möglichkeiten in ihrem Potential. Gute, sichtbare Beispiele sind vonnöten, um die Perspektiven deutlich zu machen.
Was steht noch aus? - Den Umgang mit Bedingungen, Abschlüssen und Verkettungen besser kennen lernen, ausprobieren und durch Beispiele unterlegen. Das können alle Interessierten in dem Kurs "Experimente mit Ketten" tun.
Videos zu Moodle 2.0 aus dem Headquarter
Tomaz Lasic hat 17 Videos zu grundlegenden Funktionalitäten von Moodle 2.0 erstellt, die man sich auf moodle.org oder hier als eine lange Playlist anschauen kann oder als einzelne Filmchen auf YouTube.
Navigation in Moodle 2.0
Seit Anfang Oktober 2010 läuft die Seite moodle.org mit der neuen Moodle-Version 2.0. Eine technische Neuerung, die dort ausprobiert werden kann, ist das Ablegen von Seitenblöcken im 'Dock'. Wenn man z.B. bei dem Block 'Navigation' auf das kleine hellblaue Icon oben klickt, dann verschwindet der Block und liegt nun im Dock oben am linken Rand der Seite, dort kann er genutzt werden, indem man mit der Maus darüber fährt.
Die Navigation bleibt so auch bei langen Kursen mit vielen Themenblöcken sichtbar. Es werden automatisch Links zu eigenen Kursen und zu den Aktivitäten und Arbeitsmaterialien erstellt, die dort auf- bzw. eingeklappt werden können. Die Navigation verändert sich außerdem, wenn sich der Kontext ändert. Bearbeitet man ein Modul, findet man in der Navigation automatisch dazu passende Einstellungsmöglichkeiten.
Das ist ein gänzlich neu konzipiertes und programmiertes Navigationskonzept, das kurz verwirrt, sich dann aber als sehr umfangreich und nützlich erweist.