Im Jahr 2017 hat Deutschland die Präsidentschaft in der Gruppe der 20 (G20) wichtigsten Industrie- und Schwellenländer inne. In diesem Zusammenhang wurden vom Bundesfinanzministerium und der Joachim-Herz-Stiftung die Idee zu einem Schulprojekt entwickelt, in dem sich Schülerinnen und Schüler rund um den Globus in einem virtuellen „Global Classroom“ über zentrale Fragen und Probleme der weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung austauschen können. Das „Globale Klassenzimmer“ ist seit der Finanzminister-Konferenz Mitte März geöffnet und wird mit dem G20-Gipfel im Juli 2017 schließen. Durch Teilnahme an einem Wettbewerb können sich einige Schülerinnen und Schüler für eine persönliche Einladung zum G20-Gipfel in Hamburg qualifizieren.

LIFE e.V wurde - u.a. aufgrund der Erfahrungen mit dem „Transatlantischen Klassenzimmer“ des Teach-about-US“-Projekts - mit der Schaffung der digitalen Infrastruktur für das Projekt beauftragt, in die die von der Joachim-Herz-Stiftung entwickelten inhaltlichen Module eingebunden werden sollten. Diese Aufgabe umfasst, wie sich im Laufe eines sehr dynamischen Entwicklungsprozesses herausgestellt hat, aber nicht nur technische Aspekte, sondern vor allem die Konzeption und Realisierung von eLearning auf der Basis der anfangs vor allem an den Methoden und Abläufen von Präsenzunterricht orientierten Lernmaterialien.

Den interessierten Klassen, Arbeitsgemeinschaften oder Projektgruppen steht nun jeweils ein eigener Moodle-basierter Klassenraum mit Materialien und Arbeitsvorschlägen zur Verfügung, die für alle gleich sind. Ein „Global Conference Room“ eröffnet die Möglichkeit, klassenübergreifend zu diskutieren. Hierfür gibt es spezielle Arbeitsvorschläge, die durch Ideen und Wünsche der Beteiligten erweitert werden können. In einem besonderen Download-Bereich können Lerngruppen, deren digitale Arbeitsmöglichkeiten beschränkt oder kaum vorhanden sind, das Unterrichtsmaterial als PDF-Broschüren herunterladen.

Der Kursinhalt ist in sechs Module gegliedert. In ihnen geht es um Chancen und Risiken der Globalisierung aus finanzwirtschaftlicher Sicht. Es werden Materialien zur Verfügung gestellt, um die Wirtschaftskrise von 2008 zu analysieren, Steuerungsinstrumente für mehr ökonomische Widerstandsfähigkeit kennenzulernen, sich mit Kriterien für einen Staatsbankrott auseinanderzusetzen, sich Gedanken über eine faire Besteuerung zu machen oder ein eigenes „FinTech“-Produkt zu entwickeln. Originaldokumente von G20-Treffen, kritische Meinungsäußerungen und umfangreiches statistisches Material bieten eine Menge Anlass zum Analysieren und Diskutieren. Wer sich detailliert über die Projektinhalte informieren möchte, kann sich in einen Preview-Kurs einschreiben.

Seit dem Projektstart Mitte März 2017 haben 56 Klassen bzw. AGs weltweit ihr Interesse angemeldet. 36 arbeiten inzwischen online und haben begonnen, miteinander zu diskutieren, 16 Klassen arbeiten offline, teilweise aber mit Delegierten im Global Conference Room, und einige wenige sind noch dabei, über ihre Teilnahme zu entscheiden. Inzwischen werden mehr als 700 Schülerinnen und Schüler erreicht. Die Lerngruppen kommen u.a. aus Japan, Indonesien, Mexiko, Rumänien, Lettland, Brasilien, Belgien und den USA, besonders viele aus der Russischen Föderation und aus Deutschland. Über Ostern hat sich China zugeschaltet und die tschechische Gruppe wächst. Kommuniziert wird in Englisch. Es besteht weiterhin die Möglichkeit, teilzunehmen. Für schnellen und persönlichen Support ist gesorgt.

Wer Interesse hat, schickt eine Nachricht an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und beantragt gleichzeitig einen Kurs unter https://my-global-classroom.de im Feld „Course Request“.

Website und Lernplattform:

https://my-global-classroom.de

Auftraggeber Bundesfinanzministerium:

http://www.bundesfinanzministerium.de/Web/EN/Issues/Featured/G20/classroom/Global-classroom.html

Joachim-Hertz-Stiftung:

https://www.joachim-herz-stiftung.de/was-wir-tun/wirtschaft-verstehen-gestalten/entdecke-wirtschaft/global-classroom/

 

 

Natürlich Europa - LogoDie drei Notebook-Klassen der Grundstufe der Walter-Gropius-Schule beteiligten sich am COMENIUS-Projekt „Natürlich Europa!“, in dem fünf Länder zusammen arbeiteten. In diesem Projekt sollten sich eLearning und Reformpädagogik verbinden, das eXplorarium war dafür die ideale Umgebung.

Von 2008 bis 2010 arbeiteten die drei Notebook-Klassen mit 23 Partnerklassen und 48 Lehrkräften aus Belgien, Italien, Nordirland und Polen zusammen, die dadurch modernes eLearning und die Vorteile des eXplorariums kennen und schätzen lernten. So planten, verabredeten und präsentierten die Lehrerinnen und Lehrer in ihrem eXplorarium-Kurs alle gemeinsamen Reisen und Aktivitäten und die Klassen konnten daran Anteil nehmen. Ein Beispiel für die vielen Aktionen war das gemeinsame Pflanzen von Tulpen in allen fünf Ländern, um durch Beobachtungen und Tabellenvergleiche herauszufinden, wo der Frühling zuerst beginnt. Viele Kommentare, Fragen und Beiträge wurden von den Kindern der 23 Klassen selbst geschrieben. Über 100 Kinder konnten sich bei einem Kindertreffen in Belgien in Wirklichkeit begegnen.

Preisvergabe 2010Der zugrundeliegende Moodle-Kurs ist öffentlich einsehbar: >> hier

Dieses Projekt gewann einen Preis, den Goldpreis des European Schoolnet für beispielhaftes kollaboratives Lernen, den Christian Frahm als Gestalter und Manager des Online-Kurses auf der EMINENT-Konferenz in Kopenhagen in Empfang nahm.
Über das Projekt gibt es ein Video-Interview mit Christian Frahm nach der Preisvergabe auf YouTube.Auch die anderen Preisträger 2010 wurden interviewtund können im YouTube-Channel des European Schoolnet angesehen werden.

Inzwischen ist ein neues Comenius-Projekt in Planung, das wieder zeigen soll, wie gut sich moderne digitale Medien und die Auseinandersetzung mit Phänomenen der Natur vertragen. Wir werden weiter berichten.