Vortrag Fachtagung 2009

Binnendifferenzierung und Lernplattform

Ein Erfahrungsbericht und Austausch von Petra Engelhardt und Annette Wieprecht (Lehrerinnen im eXplorarium) Vortrag auf der Fachtagung "eXplorarium - die eLearning - Werkstatt" des Projekts "eXplorarium - eLearning in der Ganztagsschule erkunden", September 2009, S. 30 - 31.
Die gesamte Dokumentation der Fachtagung finden Sie hier.

Offener Unterricht

Was haben Computer, Offener Unterricht und Mengenlehre gemeinsam?

Vortrag von Dr. Falko Peschel (Lehrer, Schulgründer, Autor) mit anschließender Diskussion auf der Fachtagung "eXplorarium - eLearning entdecken" des Projekts "eXplorarium - eLearning in der Ganztagsschule erkunden", September 2008, S. 10 - 15.
Die gesamte Dokumentation der Fachtagung finden Sie hier.

eLearning mit Moodle

Karin Ernst: Einführungsvortrag zum Thema "Schule"

auf der Moodlekonferenz "MoodleMoot" 2008 in Heidelberg

eLearning in der Ganztagsschule

Karin Ernst: eXplorarium - der innovative Ansatz des Projekts

Vortrag auf der Fachtagung "eXplorarium auf dem Weg ins Netz" des Projekts "eXplorarium - eLearning in der Ganztagsschule erkunden", September 2007, S. 8 - 11.
Die gesamte Dokumentation der Fachtagung finden Sie hier.

eLearning von der 1. Klasse an!

Karin Ernst: eXplorarium - eLearning von der 1. Klasse an!

Vortrag auf der Moodle Konferenz "Moodle07" in Duisburg im März 2007

Notebook-Projekt

Christian Frahm: Blended Learning mit Moodle und Notebooks in der Grundschule

Vortrag auf der Moodle Konferenz "Moodle07" in Duisburg im März 2007

 

Ziel der eXplorarium-Projekte war und ist es, die begleiteten Schulen nach einiger Zeit unabhängig von der direkten Unterstützung zu machen. Das wurde in der Regel sehr bedauert, denn natürlich war es für die beteiligten Lehrkräfte anregend und entlastend, mit einer zweiten kompetenten Person im Unterricht zusammen zu arbeiten. Da aber auch während der Projektförderung die Unterstützung begrenzt war und immer mehr Lehrkräfte Kurse durchführen wollten, wurde an den Schulen sehr viel damit experimentiert, das Projektangebot mit dem normalen Schulalltag kompatibel zu machen. Normaler Schulalltag – das heißt Rücksichtnahme auf Vertretungsstunden und dadurch Ausfall des Teilungsunterrichts, Beschränkung des Fachunterrichts in der Sekundarstufe auf wenige Stunden in der Woche, Konkurrenz in der Nutzung von PC-Räumen mit Kolleginnen und Kollegen, die anders arbeiteten, usw..

Zusätzliche Stunden aus dem 40-Minuten-Modell, Angebote in den Arbeitsgruppen der Profilbildung und im Wahlunterricht und Einbeziehung der Horterzieherinnen mit ihren Betreuungsstunden machten z.B. an der Modersohn-Grundschule eine schnelle Ausbreitung des Projekts möglich.

Die Albert-Schweitzer-Schule hat ein großes Geschick darin entwickelt, parallel in zwei kleinen PC-Räumen zu arbeiten und zusätzliche Menschen einzubinden, die zum Lernen der Jugendlichen beitragen. Viele Aufgaben werden hier auch zu Hause oder im Mittagsband erledigt, es gibt entsprechend gestaltete Kurse.

Unerreicht in der Flexibilität ist allerdings der kontinuierliche Einsatz von Notebooks in den Klassen selbst, wie es in einigen Klassen der Grundstufe der Walter-Gropius-Schule, der Hans-Fallada-Schule und der Grundstufe am Campus Rütli üblich ist oder wie in der Sekundarstufe der WGS für jeden Jahrgang einen mit Notebooks im Klassensatz gefüllter Notebook-Wagen zur Verfügung steht. eXplorarium-Kurse können inhaltlich weitgehend parallel für Klassen eines Jahrgangs angeboten werden. Die Lehrkräfte fügen ihre Ideen zur Erweiterung und Abwandlung der zertifizierten oder an der Schule entwickelten Kurse in einen Masterkurs ein, wovon alle profitieren, wenn der Kurs im nächsten Schuljahr wieder angeboten wird oder wenn ausgewählteeXplorarium-Kurse zum Teil des Schulcurriculums werden, wie es an der Hans-Fallada-Schule und der Adolf-Glaßbrenner-Schule der Fall ist.

Alle JÜL-Klassen an der Hans-Fallada-Schule lernen mit eXplorarium-Kursen

Die Hans-Fallada-Schule, eine Grundschule mit Förderzentrum im sozialen Brennpunkt Nord-Neukölln, hat sich ein besonderes Schulprogramm verordnet. Hohen Stellenwert haben darin die Sprachförderung und das schuleigene Medienkonzept „Computer im Unterricht“. Die Schule orientiert sich dabei am eEducation Masterplan Berlin, zu dem auch das eXplorarium gehört.

Fallada Schule - Kinder Herzstück der IT-Aktivitäten sind in der Hans-Fallada-Schule die eXplorarium-Kurse, weil hier Sprachförderung, entdeckendes Lernen und der Umgang mit dem PC Hand in Hand gehen. Wir erkunden jetzt, wie wir mit diesen Kursen das jahrgangsübergreifende Lernen unterstützen können, in das wir, anders als die meisten Neuköllner Schulen, die Klassen 1-3 einbinden.

Im Januar 2006 hatten Petra Engelhardt und Christa Jankowski für ihre damalige 1. Klasse mit dem Modellkurs „Stromwerkstatt“ eine Möglichkeit gefunden, allen Kindern mit dem eXplorarium fächerübergreifend eine individualisierte, anregende Lernumgebung mit differenzierenden Angeboten zu bieten. Diese Arbeit war überraschend erfolgreich und wird seither an der Schule ausgebaut. Es finden Kurse zu „Strom“, „Wetter“, „Zeit“ und mathematischen Themen statt. Neue Kurse werden im Tandem von einer externen Kursentwicklerin und einer interessierten Lehrkraft entwickelt und erprobt. Lehrer/innen bieten Kurse an, die sie im Rahmen
der Moodle-Fortbildung des eXplorariums entwickelt haben. Zurzeit arbeiten fünf von neun JÜL-Klassen sowie zwei Klassen des Förderzentrums regelmäßig mit den Kursen.

Inzwischen ist das eXplorarium fest im Schulprogramm verankert:

  • Alle JÜL-Klassen (Klasse 1-3) nehmen künftig verpflichtendmindestens an drei gleichen eXplorarium-Kursen teil.
  • Bei Bedarf werden die Lehrkräfte von schulinternen IT-Expertinnenim Unterricht unterstützt. Die Stunden dafür ergeben sich aus dem 40-Minuten-Modell der Schule.
  • Über die Arbeit wird bei der schulinternen Evaluation Rechenschaft abgegeben.

Was jedoch besonders schön ist: Die ältesten Kinder in unseren JÜLKlassen geben ihren bisherigen Umgang mit dem IT-gestützten Lernen in Teamarbeit und mittels Helfersystem an die Jüngeren weiter – das ist wirklich jahrgangsübergreifendes Lernen.

Wenn andere Schulen im Projekt von unseren Erfahrungen profitieren wollen – wir beraten gerne!

Petra Engelhardt 2008

Ab dem Schuljahr 2011/2012 veränderten sich die Bedingungen für unsere Projektschulen: Die Dozentinnen standen den Projektschulen nur noch jeweils vier Wochenstunden zur Verfügung und boten vor allem Coaching und Beratung an. Wie gingen die Schulen damit um? Welche konkreten Möglichkeiten wurden ausprobiert?

Ein paar Antworten auf unsere Blitzumfrage:

Katrin H.

 

Bei uns moodelt‘s auf allen Stufen

Das Hochwachsen in die Sekundarstufe I geht an der WGS weiter: In den Klassen 3 bis 10 sind 12 Kurse mit Schülern in Planung. Für die Fortbildung zum AMT haben sich 15 Kollegen und -innen angemeldet. Da sind natürlich vier Stunden Unterstützung von LIFE e.V. ein Tropfen auf dem heißen Stein, den es effizient zu nutzen gilt. Geplant ist das Coaching der Tapferen, die mit Schülern und Schülerinnen Kurse durchführen.

Die technische Unterstützung im Unterricht stemmen wir aus eigener Kasse. Die Suche nach neuen Ressourcen läuft auf Hochtouren. Geplant ist ein Konzept nach dem Buddy-Prinzip, d.h. in unserem Fall, dass unsere moodleerfahrenen Schüler/innen der Stufen 7 bis 10 sich um unsere Kleinsten kümmern und die ersten „Klicksmomente“ auf der Lernplattform begleiten. Und was wir in diesem Jahr nicht schaffen – steht auf der Tagesordnung fürs kommende Jahr.

Katrin Hofmann, Walter-Gropius-Schule

Katja

Eine Art Sprechstunde

Inzwischen sind wir an der Grundstufe der 1. Gemeinschaftsschule Neukölln 12 Kolleginnen, die begeistert mit eXplorarium-Kursen in allen Klassenstufen arbeiten. Da unsere Dozentin Claudia Clemens uns nur noch mit 4 Stunden unterstützen kann, werden wir eine Art "Sprechstunde" einrichten, bei der sie uns oder wir uns auch gegenseitig helfen können.
Wir versuchen über Honorarmittel Claudia stundenweise einzusetzen, sodass weiterhin eine sinnvolle Begleitung der Kurse ermöglicht wird und auch Teilungsstunden durchgeführt werden können.
Ich freu mich in diesem Halbjahres besonders auf zwei Dinge: eine Klassenfahrt, - begleitet, vor- und nachbereitet durch einen "Amrum-Kurs" und auf "StoryKids", ein Kunst-Projekt, das im Rahmen des Kurses "Stadtmärchen" stattfinden wird. Hier werden Kinder aus mehreren Schulen Kunstwerke zu selbst geschriebenen Kurzgeschichten entwerfen und ausstellen.

Katja Strauch, 1. Gemeinschaftsschule Neukölln

Martina

 

Mehr auf uns angewiesen

An der Kurt-Tucholsky-Grundschule werden Frau Senitz und Frau Schaar mit ihren bereits begonnenen Kursen, “Geometrie” und “Geschichten schreiben”, aus dem letzten Schuljahr fortfahren. In den Klassen 5c und 5d wird der Kurs “Strom erkunden” neu begonnen und mit jeweils 2 Wochenstunden durchgeführt. Auch die „Geschichtenwerkstatt“ wird in einer 5. Klasse durchgeführt. Im Rahmen des WUV-Unterrichts und AG soll ein Kurs zum Thema “Einen Stadtteil erkunden” klassenübergreifend durchgeführt werden.

Leider sind wir jetzt mehr auf uns angewiesen und bedanken uns dafür, dass LIFE e.V. uns weiterhin als Ansprechpartner erhalten bleibt.

Martina Mittmann, Kurt-Tucholsky-Grundschule

Andreas

Oberstufenschüler/innen als Coach

Das sind unsere Vorhaben für das laufende Halbjahr: Insbesondere in den neuen 7. Klassen soll viel im eXplorarium gearbeitet werden. Es finden Kurse in Deutsch, Englisch, Mathematik, Physik und eventuell auch in Geschichte statt. Schüler/innen der Oberstufe, die über langjährige Erfahrungen verfügen, wollen wir hier zum Coachen einsetzen. In der 8. Klasse wird der "New York" - Kurs laufen. Im 4. Semester der Oberstufe soll erstmals ein Kurs in Englisch ausprobiert werden. Bewährte Kurse in ITG, Informatik und in den Wahlpflichtkursen werden weiter genutzt. In den Wahlpflichtkursen für Mathematik und Informatik wollen wir die Idee "Schüler/innen erstellen eine Plattform für Schüler/innen" weiter verfolgen. Das neue Schuljahr ist recht chaotisch angelaufen. Viele Kolleg/innen fehlen, und die Baumaßnahmen sind immer noch nicht abgeschlossen, dabei ist insbesondere auch der Serverraum betroffen. So konnte der Server aufgrund von extremen Feinstaubemissionen noch nicht wieder in Betrieb genommen werden. Gutes gibt es aber auch zu vermelden: ein weiteres Smartboard bekommt Frau Dankwart, die dann sicherlich auch noch mehr das eXplorarium nutzen kann, die Anschaffung von zwei weiteren Boards ist finanziell abgesichert und wir bekommen für das Mittagsband einen weiteren Computerraum in unserer Filiale in der Karlsgartenstrasse. Damit wird die Nutzung der Plattform auch im Freizeitbereich ermöglicht.

Andreas Dau, Albert-Schweitzer-Gymnasium

Katrin

Am Bestehenden weiter arbeiten und Kurse weiter entwickeln

In diesem Halbjahr plant die Klasse 6a mit Frau Glase eine Balladenwerkstatt zu erarbeiten, Textarbeit sowie Freiarbeitsaufgaben zum Rechtschreibtraining. Die Klasse 4a von Frau Fürstenau möchte mit der Geschichtenwerkstatt arbeiten, eine Wochenplanverwaltung entwickeln und Texte schreiben.

Die S-Klasse mit Frau Wuttke arbeitet am Bestehenden weiter und will Kinder auf die Suche nach Berlin-Geschichten schicken. Frau Schmidt-Gödelitz möchte den Ethikkurs „Weltreligionen“ weiter entwickeln,so dass er von allen 6. Klassen als Projekt genutzt werden kann.

Katrin Schmidt-Gödelitz, Allegro-Grundschule

eXplorarium an der Modersohn-Grundschule startet durch:

--- 12 KollegInnen in der Fortbildung --- 20 Kurse --- über 200 teilnehmende Kinder

Layout ModersohnDurch eine Einladung zur Fachtagung 2008 erfuhren wir erstmalig vom „eXplorarium“.

Nach diesen zwei Tagen Einführung in das computergestützte, erlebnis- und ergebnisorientierte Lernen, gemeinsam mit vielen engagierten LehrerInnen und DozentInnen, keimte sie auch in uns - die Begeisterung für das eXplorarium.

Die Voraussetzungen in unserer Schule waren gegeben - ein großer Computerraum und Medienecken in jedem Klassenraum waren vorhanden und, ganz wichtig, eine Vielzahl an KollegInnen, die den Computer selbstverständlich als Arbeitsmittel mit ihren Klassen nutzten. Zusätzlich wichtig: auf allen Rechnern der Schule besteht der gleiche Standard, ein einfacher Zugang mit Benutzer- und Passwort und ein Beamereinsatz ohne nervenden Aufbau ist gegeben.

Uns gelang es schnell, die Schulleitung mit unserer Begeisterung anzustecken und bald saßen wir mit Karin Ernst und Petra Metz zusammen und planten die ersten Kurse.

Nachdem die Schulkonferenz dem erweiterten Medienkonzept zugestimmt hatte und es auch in der Gesamtelternvertretung die Runde machte, wollten am liebsten alle Eltern für ihre Kinder das eXplorarium.

Wir starteten also im Frühjahr 2009 gemeinsam mit der Dozentin Miriam Asmus voll durch: Karin Gerstung begann mit dem Mathematik-Kurs „Von Säulen und Kurven“ in einer 5. Klasse und ich mit der „Stromwerkstatt“ in einer 2. Klasse im Sachunterricht. Parallel begannen vier Kolleginnen und eine Erzieherin mit der Fortbildung.

Es war zwar manchmal ganz schön anstrengend, diese Kombination aus Fortbildung und der parallelen Umsetzung eines Kurses mit praktischer Anleitung und Unterstützung durch die DozentInnen – darin liegt jedoch unseres Erachtens auch die Nachhaltigkeit! Auch bemerkenswert ist die enge Zusammenarbeit mit Karin Ernst und Petra Metz sowie den Dozentinnen vor Ort. Nach unseren Kurswünschen wird immer wieder gefragt, und sie werden dann auch umgesetzt. Man begegnet sich auf gleicher Augenhöhe und sieht sich nicht als „Dienstleister“!

Das eXplorarium zog dann weitere KollegInnnen in seinen Sog, Anfang 2010 begannen weitere acht KollegInnen mit der Fortbildung in den Modulen B1/B2 zum Advanced Multimedia Teacher. Natürlich konnten wieder zwei KollegInnen im Tandem mit Miriam Asmus einen Modellkurs durchführen, Karin Gerstung und ich versuchten es bereits selbständig. So wuchs die Zahl der durchgeführten Kurse im Schuljahr 2009/10 auf beachtliche 13! Unsere Schulleiterin Frau Schuldt plante und organisierte die nötigen Stunden. Diese kamen in großem Umfang aus dem 40-min.-Modell, aus der Profilbildung und dem Wahlunterricht, zusätzlich waren auch die HorterzieherInnen mit Betreuungsstunden mit im Boot.

Für die Verteilung der Kurse war es uns wichtig, verschiedene Jahrgänge mit einzubeziehen und über das Kurssystem auch noch anderen Kindern die Erfahrung mit dem eXplorarium zu ermöglichen. Die Begeisterung der Kinder und Eltern hält weiter an, weil Eltern durch die Lernplattform mehr teilhaben können an der Arbeit der Kinder. Die Präsentationen vor den Eltern bilden in jedem Halbjahr den Höhepunkt!

Im laufenden Schuljahr begleitet uns Christine Gottschalk als Dozentin und begeistert weitere KollegInnen. Momentan sind aufgrund der Bauarbeiten an unserer Schule Kurse leider nicht in vollem Umfang möglich, aber wir haben noch viel vor...!

Katrin Grunow, Dezember 2010